Geotourismus wird als eine Art naturnaher Tourismus beschrieben, der seinen Fokus insbesondere auf landschaftliche und geologische Besonderheiten legt. Dabei begründet sich der Geotourismus vor allem auf das Erlebnis des ‚Selbst Entdeckens‘ und die Authentizität, die der direkte Kontakt mit dem Naturerbe des Landes für den Touristen ermöglicht.
Im Oman stößt man überall auf geologische Zeugnisse und Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, die alle ihre eigene Geschichte erzählen. Einige dieser Geschichten spielen sich auf einer dramatischen Skala ab, so wie die massiven Falten und Brüche, die an Teilen von Omans 700 km langer Gebirgskette zu sehen sind oder auch die Anhäufungen von Kissenlava im Wadi Al-Jizzi, ein Zeugnis der vielen Unterwasservulkane, deren ausströmende Lava tief auf dem Meeresgrund sehr schnell abkühlt ist. Andere geologische Geschichten finden sich in kleinen Details, so wie die Fossilien von Meerestieren, die man noch immer mitten im Inland finden kann oder auch die Relikte der einst gewaltigen Wälder in Gegenden, die heute nur noch kahle Wüstenlandschaften sind.
Wieder andere geologische Phänomene finden sich sogar im hektischen Treiben der Städte. So müssen zum Beispiel die Besucher der Promenade in Maskat nur zum Ozean blicken, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie sich vor rund 90 Millionen Jahren die mehrere Kilometer dicke Patte ozeanischer Kruste langsam über die nördliche Küstenlinie des Omans schob. Dieser ungewöhnliche Prozess dauerte rund 20 Millionen Jahre und beförderte mit der Zeit Gestein vom Meeresgrund mehrere Hundert Meter bis in das Landesinnere.

